SÜDHERZ – Biowein

  28. März 2014

SÜDHERZ ist eine Vereinigung von Bioweingütern aus dem Naturpark Südsteiermark, die nach definierten Kriterien Biowein mit Markenqualität erzeugen. FAQ – Ein Interview mit Ing. Margit Baumhakel-Schruef und Bio-Weinbauer Otto Knaus Die Biowein WinzerInnen sind

Ein besonders wichtiger Punkt im Zuge dieses Projektes ist das Thema Biodiversität bzw. Artenvielfalt. Diese beruht auf 2 Säulen: Innerhalb der Weinanbauflächen wird auf Erhalt einer Gründecke Wert gelegt und auf Einsatz von Herbiziden verzichtet. Die alternierend durchgeführte Mahd zwischen den Rebzeilen ermöglicht einen Rückzugsraum und Ernährungsbasis für Insektenarten und Kleintiere in ungemähten Bereichen. Diese Bewirtschaftungsform bringt die für den Biobetrieb typische blütenreiche.

Als Gradmesser wurde die Dichte vorkommender Heuschreckenarten herangezogen. Diese erreichten erstaunlich hohe Bestandsdichten. Insekten stellen für viele Tiergruppen wie Vögel, Fledermäuse oder Eidechsen die maßgebliche Nahrungsgrundlage dar. Die zweite „Säule“ der Artenvielfalt wird durch erhaltene oder aktiv geförderte Strukturen gebildet. In den untersuchten Weingütern konnte hohe Sensibilität hinsichtlich des Erhalts von unproduktiven und schwer zu bewirtschaftenden Flächen festgestellt werden.

Dies umfasst z.B. den Erhalt von Hecken, steiniger Hänge, einer stufig aufgebauten Waldsaumgesellschaft, Totholz oder auch das Belassen alter, kaum mehr brauchbarer Wirtschaftsgebäude und Schuppen. Eine typische, sehr bedeutsame Struktur am Rande der Weingärten stellen dornenreiche Hecken dar, die oft auch Geröll, anstehenden Fels (bei Böschungsabbrüchen) und Totholz beinhalten. Für sie ist das Vorkommen von Vogelarten wie Neuntöter, Goldammer und Heckenbraunelle sowie Bestände der Smaragdeidechse kennzeichnend. Totholz bietet einen Lebensraum für viele Tierarten: In hohlen Bäumen nisten Specht- und Meisenarten. Hunderte Käferarten spezialisierten sich auf unterschiedlichstes Totholz – Spechtbäume, tote Äste im Baumkronenbereich, morsche Baumstrünke (z. B. Hirschkäfer) oder am Boden liegendes Holz, das vielen Kleintieren Unterschlupf oder Brutstätten bietet. Eine besondere Bedeutung kommt dem Erhalt von Kleingewässern – Quellfluren, Gerinne, Tümpel – zu, die in den meist eher trockenen Lebensräumen der Weinbaugebiete eine Seltenheit darstellen. Sie bieten Molchen, Fröschen, Unken, Salamandern oder auch Libellenarten oft einen letzten Zufluchtsort. Auch „Kellerstöckl“ und alte Wirtschaftsgebäude bereichern die Struktur der Kulturlebensräume. Hier können Fledermäuse eine Wochenstube finden.

Häufig besitzen Nebengebäude eine Dachdeckung mit alten Strangfalzziegeln. Deren Lochungen dienen Wildbienenarten als Brutstätte. Im Bioweinbau ist auch das Eindringen von Tierarten in intensiv genutzte Wirtschaftsflächen zu beobachten, die ansonsten auf die Randbereiche der Weinanbauflächen eingeschränkt werden, z. B. Smaragdeidechsen, Jungfrösche und Brutvorkommen von Singvögeln innerhalb der Rebzeilen. Und manchmal lassen sich Bioweingärten schon aus größerer Entfernung wahrnehmen, da hier bevorzugt Schwalben im Flug auf Insektenjagd zu beobachten sind